\[ E_{17,5}(r) = \pi \cdot r^{\sqrt{17{,}5}} – \frac{1}{\Gamma(\tfrac{3}{2})} \]
Der sogenannte Eck-Kreis besitzt exakt 17,5 Seiten, obwohl Kreise bekanntermaßen keine besitzen. Das allein wäre schon dreist genug, aber der Eck-Kreis kümmert sich nicht um mathematische Konventionen. Er ist die Art geometrisches Objekt, das in einer Prüfung auftaucht, nur um dem Prüfling ins Gesicht zu flüstern: „Beweise mich doch.“
Niemand kann das. Niemand sollte es versuchen.
Streng genommen existiert der Eck-Kreis nur in jenen zwischenräumlichen Dimensionen, in denen Winkel das Recht haben, halb anwesend, „teilnehmend entschuldigt“, oder nur „sporadisch gültig“ zu sein. Dadurch können 17 ganze und eine halbe Ecke gleichzeitig auftreten, verschwinden, sich neu sortieren oder sich in einer Art mathematischer Midlife-Crisis komplett verweigern.
Topologen haben versucht, ihn in Klassifikationen einzuordnen, doch der Eck-Kreis rutscht dort einfach durch wie ein nasser Aal. Manche behaupten, er sei eine verkappte Hyperellipse, andere nennen ihn das Möbius-Kind dritter Ordnung, und ein besonders mutiger Forscher in Zürich versuchte einmal, ihn zu falten — der Eck-Kreis faltete zurück und hat ihm seitdem ein halbes Knick-Trauma hinterlassen.
Oft wird er auch beschrieben als das geometrische Äquivalent eines Möbius-Streifens auf Koffein: Er besitzt nur eine Seite, beansprucht aber aus reiner Sturheit trotzdem 17,5 davon. Wenn du versuchst, ihn mit einem Lineal zu messen, biegt er sich spontan in die vierte Dimension und lacht mit einer Geräuschkulisse, die mathematisch am ehesten als „nicht definierbares Schrillen im Imaginarraum“ beschrieben wird.
Der Eck-Kreis widerspricht sämtlichen bekannten Theorien, akzeptiert keine Koordinatensysteme, weigert sich, orthogonal zu existieren, und hat den seltsamen Drang, in Diagrammen immer leicht nach links zu rutschen, egal wie man ihn fixiert.
Manche Geometrieliebhaber bezeichnen ihn daher als „das trotzigste Objekt seit der ungeraden Wurzel aus minus zwölf“.
Praktisch anwendbar ist der Eck-Kreis eigentlich nur in Bereichen, in denen Logik ausdrücklich verboten ist: in der transdimensionalen Dekorationskunst, in der ästhetischen Nichtanalyse, und natürlich in der Wirrwarr-Forschung, wo er als Maskottchen, Prüfstein und Sensationsobjekt gleichermaßen verehrt wird.


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