Das ist kein Festmahl.
Das ist ein Schlachtfeld.
Was hier auf dem Tisch liegt, ist kein Essen, sondern ein Statement. Alles, was widerlich ist, wird serviert – aus Trotz, aus Müdigkeit, aus dieser kalten Phase, in der Liebe nicht mehr zerbricht, sondern verdirbt. Wo früher Torte stand, liegt jetzt das Ekelhafteste, was die Welt hergibt. Nicht, weil es schmeckt. Sondern weil es passt.
Der Mann kocht nicht mehr für Nähe. Er kocht aus Verletzung.
Jeder Wurm, jede Fliege, jede parasitäre Zutat ist ein stummes Wort, das längst nicht mehr gesprochen wird. Es wird nichts mehr erklärt, nichts mehr geschönt. Wer jetzt noch am Tisch sitzt, soll es spüren. Bis ganz nach hinten im Hals.
Der Chor behauptet Liebe – aber nur noch als leere Formel. Ein Echo aus besseren Zeiten. Harmonisch, fast schön, und genau deshalb so grausam. Denn während die Stimmen noch sagen „Weil ich dich liebe“, hat das Essen längst entschieden, dass hier nichts mehr zu retten ist.
Das ist der Moment, in dem Beziehung zur Farce wird.
In dem man nicht mehr streitet, sondern serviert.
Und am Ende bleibt kein Versöhnungssatz, kein Ausweg, kein Dessert.
Nur dieser eine, endgültige Satz:
Guten Appetit, mein Schatz.
Weil ich dich liebe
(C) Rainer Wittmann (2026)
Hummerschwänze, Kaviar,
Elch-Filet ist auch noch da.
Morgen gibt es Motten-Brote,
Regenwürmer, Läusepfoten,
selbstverliebte Fliegen fein,
kommen in die Pfanne rein.
Flöhe, Milben und ZiKaden –
Wir werden uns dran laben
Und …
Das alles ….
Ähm…
Weil ich dich liebe,
dich so sehr liebe,
dich immer liebe,
mich nicht verbiege.
Weil ich die liebe,
noch immer liebe,
auch morgen liebe,
mich nie verbiege.
Efeublüten, Parasiten,
Fledermäuse und Schildläuse,
Zecken in Tomatensoße,
Glaswürmer in Marzipan,
macht mich alles ziemlich an,
so wie Würmer ohne Zahn,
Teremiten, Ohrenschnecken,
sind die ganz besonders kecken.
Und …
Das alles ….
Ähm…
Weil ich dich liebe,
dich so sehr liebe,
dich immer liebe,
mich nicht verbiege.
Weil ich die liebe,
noch immer liebe,
auch morgen liebe,
mich nie verbiege.
Guten Appetit mein Schatz.
Weil ich dich liebe,
dich so sehr liebe,
dich immer liebe,
mich nicht verbiege.
Weil ich die liebe,
noch immer liebe,
auch morgen liebe,
mich nie verbiege.


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