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Eine dunkle Jazz-Nummer mit schleppendem Groove und Cabaret-Anleihen. Getragene Instrumentierung, rauer Swing, reduzierte Dynamik.

Tod fällt aus (Moritat)
Tod fällt aus (Moritat) - Jazz-Nummer mit Hang zum Cabaret

P.S. Über Spenden wird Buch geführt.

In dieser Moritat wird der Mord zur Farce. Ein Schinder zieht durch die Nacht, bereit zur Tat – doch Türen sind leer, Betten falsch belegt, der Tod verhindert sich selbst. „Tod fällt aus“ balanciert zwischen schwarzem Humor und kalter Erkenntnis: Nicht jede Bosheit findet ihr Opfer, und nicht jeder Täter wird gebraucht.

Eine dunkle Jazz-Nummer mit schleppendem Groove und Cabaret-Anleihen. Getragene Instrumentierung, rauer Swing, reduzierte Dynamik. Der Gesang ist erzählend, hart und nüchtern – wie ein Protokoll aus der Nacht.

Tod fällt aus (Moritat)

(C) Rainer Wittmann, 2026

[VERS 1]
Dort in der Ecke, hinter der Hecke,
steht der Mann mit Schorf an der Backe,
auf der Schulter eine schwarze Katze,
noch weiß man nicht, zu welchem Zwecke,
und warum er haucht: „Verrecke!“

Die Zähne lang und spitz wie Zacken,
legt er die Klinge an die Wangen,
kappt seines Bartes letztes Haar.
Blut tropft – doch ihm ist’s nicht gewahr,
Schinder durch und durch, fürwahr!

[VERS 2]
Verhohlen schleicht er durch den Garten,
ganz sacht und leise fliegt sein Schatten,
auf die Türe zu, doch die ist – oh – zu.
Die Finger kurz, die Nägel lang und hart,
rein ins Loch, dreht um, Tür offen. Apart!

Da knirscht es kurz, kein Kröten-Furz,
Er drückt den Knauf, die Tür geht auf,
Im Zimmer steht noch Fischauflauf,
Teller leer, Gläser auch. Zigarrenschmauch.

[BRIDGE]
Unterm Tisch – da liegt was krumm,
ein Schuh, halb voll mit – Rum?
Der zweite fehlt. Die Lampe brennt.
Niemand da. Hat wohl verpennt?

[REFRAIN]
Der Mord war klar, der Stahl geschniegelt,
doch niemand da, der’s abgesiegelt.
Kein Opfer weit, kein Hieb, kein Schrei –
Tod fällt aus –nur Stümperei.

[SCAT]
Tja. Zefix. Nächster. Versuch.

[VERS 3]
Ein Stückchen weiter, dunkle Straße,
brennt noch Licht im Haus – wie Klasse!
Ihm drängt’s, die Klinge lechzt nach Blut.
Schnurstracks zur Haustür – flugs und gut.

Welch ein Glück, die Tür steht offen,
in ihm regt sich so ein „Hoffen“,
dass es diesmal klappt geschwinde,
ein Stich ins Herz – und fort im Winde.

[VERS 4]
Im Zimmer drin, dort nah am Ofen,
liegt nackt ein Paar, von Lust besoffen.
Räkelt sich und stöhnt – ohne Unterlass.
Schinder flüstert leis: „Gleich vorbei der Spaß.“
Zieht heraus sein Zweit-Stilett – ach wie nett!

Gerad‘ als dort die Lust erwacht,
greift er zur Klinke, drückt mit Macht.
Doch just in diesem Augenblicke
kommt die Polente – welch Geschick!
Wirft den Schein auf’s blut’ge Vieh –
das rennt davon, wie’s noch nie.

[BRIDGE 2]
Der Stahl noch warm, die Hand doch leer,
die Nacht braucht seinen Dienst nicht mehr.
Was er auch plant, wie sehr er’s meint –
heut‘ hat der Tod ihn nicht gemeint.

[CHORUS – SCHLUSS]
Der Mord war klar, der Stahl geschniegelt,
doch nichts hat sich für ihn entriegelt.
Kein Opfer weit, kein Hieb, kein Schrei –
der Tod blieb aus. Vorbei, vorbei.

[OUTRO]
Und die Moral von der Geschicht‘:
Mach besser Liebe, stich sie nicht!

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