„So geht die Woche“ ist eine morbide Moritat im Gewand eines düsteren Noir-Cabaret-Jazzstücks – reduziert, lakonisch und gerade deshalb verstörend. Getragen wird der Song von einem schiefen, leicht verstimmten Piano und einer klaren, manchmal fast spöttisch wirkenden Klarinette, die wie ein stiller Kommentator durch die Szenen führt. Kein großes Arrangement, kein dramatisches Aufblähen – alles bleibt bewusst klein, trocken und nah am Erzähler.
Strophe für Strophe reiht der Text scheinbar harmlose Alltagsgeschichten aneinander. Namen, Wochentage, kleine Routinen. Doch hinter der naiven Sprache lauert das Unheil: ein falscher Schritt, ein Ausrutscher, ein Moment zu viel. Die Klarinette schlängelt sich dabei fast tänzelnd durch die Harmonien, während das Piano stoisch den Ablauf markiert – als würde die Woche selbst unerbittlich weiterticken.
Der Refrain klingt wie eine beiläufige Feststellung, fast wie ein Kinderreim, der seine eigene Grausamkeit nicht bemerkt. Genau dieser Kontrast macht den Song so bitter: Das Lächeln bleibt, während der Inhalt kippt. Kein Mitleid, keine Moralkeule – nur das leise Gefühl, dass alles schneller vorbei sein kann, als man denkt.
„So geht die Woche“ ist traurig, ja – aber nicht pathetisch.
Er erzählt vom Tod, ohne ihn zu dramatisieren.
Und lässt einen am Ende mit einem stillen, schiefen Akkord zurück, der noch lange nachhallt.
So geht die Woche (Kleine Alltagsunglücke)
(C) Rainer Wittmann (2026)
[VERS 1]
Susi Sonntag, kommt am Montag,
denn am Dienstag hat sie frei,
und am Mittwoch, wird gefeiert,
weil tags drauf gibt’s lecker Brei,
und am Freitag, da ist Ruhe,
schon früh geht’s a da in die Truhe,
und am Samstag ist sie weg.
Susi weg? Oh, Schreck!
[VERS 2]
Michi Meier, holt die Eier,
aus dem Schlamm-Protektorat,
segelt schief über den Rasen,
streift dabei den weißen Hasen,
der hüpft wild in seinen Bau,
Michi wird daraus nicht schlau,
bremst und springt dem Tier zur Seite,
Hase tot, was für ’ne Pleite!
[CHORUS]
Ach wie nett, ach wie fein,
so kann das Leben tödlich sein,
kurz gelacht, kurz nicht mehr da,
lalala – und weg war’s, ja.
[VERS 3]
Pippi Klappstuhl immer wieder,
singt aufgeregt morbide Lieder,
singt von Tod und Echsenaugen,
was soll das denn alles taugen?
Legt die Kanne in die Wanne,
klettert auf die grüne Tanne,
fällt herunter … ähm, ganz runter.
Jetzt wird sie nicht mehr munter.
[CHORUS]
Ach wie nett, ach wie fein,
so kann das Leben tödlich sein,
kurz gelacht, kurz nicht mehr da,
lalala – und weg war’s ja.
[VERS 4]
Matse Klettermaxe faxt gern Faxe,
schwarz auf weiß, das macht ihn heiß,
geht auch gerne in die Berge,
klettert hoch, bis zu den Sternen,
gestern wars dann doch vorbei,
fiel herunter, nur noch Brei.
Für Matse hat sich’s ausgeklettert.
Ganzer Körper, voll zerschmettert.
[CHORUS]
Ach wie nett, ach wie fein,
so kann das Leben tödlich sein,
kurz gelacht, kurz nicht mehr da,
lalala – und weg war’s, ja.


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