Kreszenz ist keine Figur aus einem alten Heimatfilm – sie ist lebendig, warm und voller Widersprüche. Eine Frau, wie sie nur dort entstehen kann, wo Sommerabende lange dauern, die Luft nach Heu riecht und ein Blick manchmal mehr sagt als ein ganzer Satz.
Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben. Wer sie sieht, merkt sofort: Kreszenz weiß, wer sie ist. Sie trägt ihr Dirndl nicht, um zu gefallen – es gehört zu ihr, so selbstverständlich wie ihr Lachen, ihr Gang, ihr Blick. Ein Blick, der gleichzeitig einlädt und prüft. Ein bisschen spöttisch, ein bisschen verspielt, und immer mit diesem leisen Unterton: Unterschätz mi bloß ned.
Im Lied erscheint sie als Sonnenschein, als Augenweide, als Sehnsucht – aber nie als bloßes Objekt. Kreszenz ist begehrt, ja, aber sie bestimmt das Tempo selbst. Das spürt man in jeder Zeile: im Busserl, in der warmen Hand, im langen Warten, im leisen Schmachten. Hier geht es nicht um billige Derbheit, sondern um dieses uralte Spiel aus Nähe und Zurückhaltung, aus Hoffnung und Ungeduld.
Sie lebt ihr Leben zwischen Alltag und Anziehung. Da ist das kleine Kammerl, das Schneiden der Schwammerl, die ruhigen Handgriffe – und gleichzeitig diese ungeheure Wirkung, die sie auf den Erzähler hat. Kreszenz muss nichts tun, sie ist einfach. Und genau das bringt alles durcheinander.
Natürlich gibt es Widerstände. Der Vater, der zweifelt. Das Dorf, das schaut. Die Stimme, die sagt: Reiß di zamm. Aber auch hier bleibt Kreszenz nicht stehen. Sie ist keine, die dramatisch flieht – sie geht ihren Weg ruhig, entschlossen, mit einem Herzen, das weiß, was es will.
Am Ende steht kein Skandal, sondern ein Jawort. Keine Explosion, sondern Erleichterung. Die Spannung löst sich nicht im Lärm, sondern im Ankommen. Aus dem Ausgebranntsein wird Ruhe, aus dem Warten Gewissheit.
Kreszenz ist damit mehr als die Heldin eines Liedes.
Sie ist Sinnbild für eine Haltung:
für Sinnlichkeit ohne Zynismus,
für Nähe ohne Eile,
für Liebe, die nicht schreit, sondern wächst.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum man sie so mag.
Weil Kreszenz nicht nur besungen wird –
sie bleibt.
Kreszenz (du bist mei Sonnenschein)
(C) Rainer Wittmann (2026)
[CHORUS]
Kreszenz, du bist mei Sonnenschein,
ja, bist fruchtiger als jeder Wein,
Kreszenz, mei Herz springt ausm Takt,
wann kommt’s denn bloß zum Liebesakt.
Kreszenz, du bist mei Augenweide.
S’is warm drauß, gemma auf die Heide,
s’gibt a Busserl und a warme Hand,
Kreszenz, I bin ja scho so ausgebrannt.
[VERS 1]
Dei Dirndl ist da helle Wahn,
die Knöpf so eng, da kräht da Hahn,
S’is herrlich di so anzuschau‘n,
di, und deine Haar, rotbraun.
Da drüben hast dein kleines Kammerl,
und butzt grod wieder deine Schwammerl,
so zart wia du sie immer schneiden tust,
griag i scho wieder sakrisch Lust.
[CHORUS]
Kreszenz, du bist mei Sonnenschein,
ja, bist fruchtiger als jeder Wein,
Kreszenz, mei Herz springt ausm Takt,
wann kommt’s denn bloß zum Liebesakt.
Kreszenz, du bist mei Augenweide.
S’is warm drauß, gemma auf die Heide,
s’gibt a Busserl und a warme Hand,
Kreszenz, I bin ja scho so ausgebrannt.
[VERS 2]
Dei Voda mog mi ned, sagt, i wa koa Gscheider,
und dann her i vo eam: „Geh einfach weida.“
Des kon doch nimmer so weiter geh,
Bin a bloß a Mensch, des duad doch weh.
Kreszenz, geh, jetzt fass dir doch a Herz,
geh mit mir auf d’Wies weil oans is gwis,
wenn mia zwoa wolln, dass des so is,
dann is des bald vobei mim Terz.
[CHORUS]
Kreszenz, du bist mei Sonnenschein,
ja, bist fruchtiger als jeder Wein,
Kreszenz, mei Herz springt ausm Takt,
wann kommt’s denn bloß zum Liebesakt.
Kreszenz, du bist mei Augenweide.
S’is warm drauß, gemma auf die Heide,
s’gibt a Busserl und a warme Hand,
Kreszenz, I bin ja scho so ausgebrannt.
[BRIDGE]
Endlich hammas gschafft, san jetzt beianand,
da Voda hat a Einsehn ghabt, Gott sei genannt,
Heid geb ma uns des Jawort, des wird a schene Zeit,
Bin froh, dass d‘endlich da bist, bin so was von bereit.
[CHORUS]
Kreszenz, du bist mei Sonnenschein,
ja, bist fruchtiger als jeder Wein,
Kreszenz, mei Herz springt ausm Takt,
jetzt hamman gschafft, den Liebesakt.
Kreszenz, du bist mei Augenweide.
S’is warm drauß, war schön auf der Heide,
s’gab a Busserl und a warme Hand,
Kreszenz, bin jetzt außer Rand und Band.


I mogs!
Danke, Anni 🙂