Dieses Lied erzählt die leise, berührende Geschichte zweier älterer Männer, die im Altenheim niemanden mehr haben außer sich selbst. Jeden Tag sitzen sie zur selben Zeit auf derselben Bank – ein stilles Ritual, das für beide zum Halt geworden ist. Ihre Gespräche, ihre Erinnerungen und ihre kleinen Hoffnungen machen die Einsamkeit erträglich. Doch die Angst, dass einer von ihnen eines Tages nicht mehr kommt, schwingt immer mit. Der Song zeigt mit viel Feingefühl, wie wichtig Nähe, Freundschaft und Routine im hohen Alter werden können – und wie groß ein einzelner Moment sein kann, wenn zwei Menschen ihn miteinander teilen.
JEden Tag um 11
(C) Rainer Wittmann, 2025
[Verse 1]
Auf einer alten Bank, jeden Tag,
zwei Männer, die die Zeit verwehn.
Ihr Blick ist weich, die Hände müde —
doch wenn sie reden, blüht ihr Leben.
Sie sitzen da, als wär’s ihr Platz,
ihr letzter Faden in der Welt.
Das Heim ist laut, der Flur ist leer,
früher war die Welt ein weites Meer.
[Refrain]
Und jeden Tag um elf
dieselbe stille Frage:
Kommt er heut daher…
oder bleibt der Platz nur leer?
Zwei Herzen warten,
weil allein sein ist sehr schwer.
[Verse 2]
Sie haben niemand außer sich,
die Jahre nahmen Stück für Stück.
Familien weit, Erinnern fern —
doch hier kommt alles still zurück.
Wenn einer fehlt, bleibt einer übrig,
im Speisesaal, am kalten Tisch.
Alleine auf der Bank unter dem Baum.
Bleibt nur noch Gottvertraun.
[Refrain]
Und jeden Tag um elf
dieselbe kleine Wette:
Kommt er heut zum Tee…
oder kommt er nicht?
Zwei Seelen warten,
weil Freundschaft stärker ist als Zeit.
[Bridge]
Sie reden oft von früher,
auch wenn’s noch manchmal weh tut
weil keiner weiß, was morgen ist.
Denn gestern war so schnell vorbei.
[Finaler Refrain]
Und jeden Tag um elf
dieselbe stille Hoffnung:
Kommt er heut zur Bank?
Nimmt er heut seinen Platz?
Zwei Seelen warten,
und manchmal wird der Augenblick so groß,
dass selbst die Welt
den Atem anhält
für ihren kleinen Trost.
[Outro]
Bis morgen…
auf derselben Bank…
falls morgen kommt.


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