„Gegen den Strom“ ist meine Geschichte. Jahre ohne Kompass, Nächte voller Zweifel, Zeiten, in denen andere sicher schliefen und ich gelernt habe, was Hunger im Allgemeinen und Hunger nach Freiheit bedeutet. Ich bin geblieben, wenn es einfacher gewesen wäre zu gehen, und habe meinen Weg gesucht – leiser, oft allein, aber immer meiner. Dieses Lied erzählt nicht vom Kämpfen gegen andere, sondern vom Standhalten gegen Strömungen, Erwartungen und Bequemlichkeit. Nicht aus Trotz, sondern weil es für mich keinen anderen Weg gab. Als Lied Nummer 200 ist „Gegen den Strom“ etwas Besonderes. Kein Jubiläum, kein Rückblick mit Pathos – sondern ein Punkt. Ein Song, der zeigt, warum ich all diese Lieder geschrieben habe: nicht, um zu gefallen, sondern um mir selbst treu zu bleiben.
Gegen den Strom
(C) Rainer Wittmann, 2026
[VERS 1]
Ohne Kompass in der Hand,
blickte müd‘ zu den Sternen.
Hab meinen Weg gesucht,
wie’s kaum ein andrer tut.
Während andre sicher schliefen,
hab‘ ich gelernt, was Hunger heißt.
Jede Nacht war für den Kämpfer,
der fühlt, was Freiheit heißt.
[VERS 2]
Die Uhr schlug Feierabend,
die Schatten wurden lang.
Ich blieb bis zum letzten Licht,
das gab mir gute Sicht.
Die Jahre zogen Kreise,
vielleicht wurde ich auch weise,
vor allem alt, grau und leise.
Irgendwann endet die Reise.
[BRIDGE 1 Crescendo]
Ich wollte nie wie andere sein,
da bleibst du auch ganz oft allein.
Dein Weg muss deiner sein.
Siehst du ihn, den hellen Schein?
[Refrain Forte ]
Gegen den Strom –
auch wenn die Strömung zieht.
Gegen den Strom –
das ist mein eignes Lied.
Wo andre treiben,
schwimm ich aufwärts still.
Denn ich hab‘ gelernt:
Wer kämpft, gewinnt – wenn er will.
[VERS 3]
Die Jahre formten Rillen,
wie Wasser formt den Stein,
hielt Stand dem Sturm der Zeit,
fühlte in mir meine Freiheit.
[VERS 4]
Ist es wert, sich hinzugeben,
dem Sturm, der dir das Rückgrat bricht?
Du spürst es tief im Herzen –
ja – das ist deine Lebenspflicht.
[BRIDGE 2]
Kein Zurück mehr für mich,
der sichere Weg ist nur ein Strich,
Wer nur der Masse folgt,
hat sich selbst nie gewollt.
[Refrain]
Gegen den Strom –
auch wenn die Strömung zieht.
Gegen den Strom –
das ist mein eignes Lied.
Wo andre treiben,
schwimm ich aufwärts still.
Denn ich hab‘ gelernt:
Wer kämpft, gewinnt – wenn er will.
[BREAK]
Gegen den Strom.
Stell dich gegen den Strom.
Wo andre treiben.
Stehst du fest auf deinen Beinen.
[SOLO]
[Refrain 2x Forte]
Gegen den Strom –
auch wenn die Strömung zieht.
Gegen den Strom –
das ist mein eignes Lied.
Wo andre treiben,
schwimm ich aufwärts still.
Denn ich hab‘ gelernt:
Wer kämpft, gewinnt –
wenn er will.
[FADE OUT]


He, du Sauhund. 200 ??? Spinnst du? Ich gratuliere dir recht sakrisch zu so viel Durchhaltevermögen.
Selber Sauhund aber danke 😉
Und ja, „Gegen den Strom“ ist wirklich meine Geschichte. Ich bin schon immer gegen den Strom geschwommen. Habe dabei viele Menschen verloren, was ich im Nachhinein teils bedaure, teils auch nicht. Über einen Verlust bin ich aber bis heute nicht hinweg gekommen. Schade, dass es kein gemeinsames Weizen mehr geben wird.