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Das Nichts im Sein
Das Nichts im Sein - über das Vergessenwerden - rainerlei.de

P.S. Über Spenden wird Buch geführt.

„Das Nichts im Sein“ ist ein Lied über Einsamkeit, die nicht laut ist. Über Menschen, die nicht verschwinden, sondern langsam unsichtbar werden. Der Song beobachtet, ohne zu urteilen, und lässt Raum für das, was zwischen den Zeilen liegt: Gewohnheit, Rückzug, Stille. Die Strophen bleiben nah, beinahe erzählerisch, getragen von einer reduzierten Instrumentierung. Im Refrain öffnet sich der Klang – eine kraftvolle Stimme bricht durch, nicht aus Wut, sondern aus menschlicher Notwendigkeit. Keine Anklage, kein Drama. Nur ein Moment des Aufrichtens. „Das Nichts im Sein“ stellt keine Fragen und gibt keine Antworten. Es zeigt einen Zustand. Und genau darin liegt seine Stärke: Der Song hält inne und lädt zum Nachdenken ein – über Nähe, über das Gesehenwerden und über das leise Verschwinden in einer Welt, die selten stehen bleibt.

Das Nichts im Sein

(C) Rainer Wittmann (2021, 2026)

[Strophe 1]
Ein Zimmer am Ende der Straße,
Staub im Licht der Lampe.
Briefe reden nicht mehr,
die Zeit steht schief im Raum.

Vier helle Kreise im Boden,
wo der Tisch nie weicht.
Der Rauch schwer wie Gedanken,
die keiner mehr hört.

[Pre-Refrain]
Das Fenster halb offen,
die Welt kommt nicht rein.
Nur Luft bewegt Dinge,
die längst tot sein woll’n.

[Refrain]
Und niemand fragt,
ob er noch da ist.
Und niemand bleibt,
wenn er schweigt.
Das Nichts im Sein
hat keinen Namen,
nur Tage,
die leise vergeh’n.

[Strophe 2]
Einmal die Woche ein Klopfen,
Schritte, die alles erledigen.
Essen, Müll, ein fremdes „Hallo“,
sein Leben hat eben nicht mehr.

Liegt Geld neben der Maschine,
weiß jeder Bescheid.
Nicht stören, nicht reden,
nicht erinnern, sei einfach leis‘.

[Pre-Refrain 2]
Die Tür kennt seine Stimme,
doch sie antwortet nicht.
Manchmal sagt er „Danke“,
meistens sagt er nichts.

[Refrain]
Und niemand fragt,
ob er noch fühlt.
Und niemand sieht,
wie er bleibt.
Das Nichts im Sein
wird langsam größer
mit jedem
vergessenen Tag.

[Bridge]
Vielleicht war er mal wichtig,
vielleicht war er nur da.
Vielleicht hat die Welt
ihn einfach überseh’n.
Vielleicht war sie auch niemals da.

[Refrain – reduziert]
Und niemand kommt,
wenn er fehlt.
Und niemand geht,
wenn er bleibt.
Das Nichts im Sein
ist kein Abgrund –
es ist
ein Raum ohne Zeugen.

[Outro]
Eine Tür.
Ein Raum.
Ein Mann.
Ein „Danke“,
das niemand hört.

[Letzter Refrain – reduziert]
Und niemand kommt,
wenn er fehlt.
Und niemand geht,
wenn er bleibt.
Das Nichts im Sein
ist kein Abgrund –
es ist
ein Raum ohne Zeugen.
Beschwerlich jeden Tag.

[STROPHE 4]
Mädchen mit den Puppen,
die kein Vermissen kannten.
Sie wussten nichts von Abschied
und auch nichts von den Truppen.

Sie lachten, wo es möglich war
im Dreck, im Schnee, im Lauf
Und irgendwo im Spiel vergaßen sie
was ihre Eltern nahmen in Kauf.

[REFRAIN]
Wir sind geblieben
nicht aus Plan
nicht aus Ziel
sondern weil die Pferde stehen blieben
und jemand sagte: „Hört auf!“

[STROPHE 5]
Eine Küche, viel zu klein
ein Klo für viel zu viele
Ein Bad am Sonntagabend
Der Nächste in der Diele.

Man teilte Brot, Zeit und Raum
und manchmal auch Enttäuschung.
Man ließ einander leben,
so war das damals eben.

[STROPHE 6]
Die Jahre gingen leise weiter
mit Arbeit, Pflicht und Sinn
Aus Kindern wurden Wege,
aus Wünschen ein „Ich bin!“

Einer blieb, die anderen gingen
keiner durfte zurück
Man nahm, was man bekommen hat
und nannte es: sein Glück

[OUTRO]
Heimat ist kein Ort auf Karten
kein Besitz, kein altes Haus
Heimat ist, wenn einer sagt:
„Bleib ruhig.
Du bist jetzt hier.
Du bist hier jetzt zuhaus.“

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