„Das Ding“ ist ein absurdes NDW-Stück mit 8-bit-Herz. Es erzählt von einer Familie, die verlernt hat, Dinge beim Namen zu nennen. Statt Worte zu suchen, sagt man einfach „das Ding“ – und alle tun so, als wäre alles klar. Was harmlos beginnt, zerfällt Stück für Stück: Sprache wird Behelf, Kommunikation Routine, Bedeutung ein Geräusch. Am Ende bleibt nur noch ein mechanisches DING DING DING, begleitet von kalten Chiptune-Sounds und stoischer Stimme.
Ein Lied über Sprachverlust, Bequemlichkeit – und den Moment, in dem Verstehen endgültig abschaltet.
Das Ding
(C) Rainer Wittmann (2025)
[INTRO]
Kaffee steht auf dem Tisch.
Das Ding daneben dampft.
Vater schaut auf das…
na ja…
du weißt schon.
[VERS 1]
Mutter sagt:
„Reich mir mal das… äh… Ding.“
Der Löffel liegt beim…
na… bei dem Ding da links.
Keiner fragt.
Keiner lacht.
Man weiß ja, was gemeint ist.
Oder glaubt es zumindest.
[PRE-CHORUS]
Wörter sind schwer.
Gedanken zu groß.
Man spart sich Silben
und nimmt das Ding bloß.
[REFRAIN]
Das Ding auf dem Tisch
macht Ding mit dem Ding
Und irgendwer nickt
und versteht dieses Ding
Wir reden nicht viel
wir sagen nicht nein
Wir sagen nur Ding
und alles ist fein
[VERS 2]
Der Sohn will erzählen
von Schule und Zeit
doch ihm fehlt dieses…
Ding…
na…
du weißt Bescheid.
Der Vater sagt nichts
nur „Ja, dieses Ding.“
Die Mutter ergänzt:
„Genau. Das Ding.“
[PRE-CHORUS 2]
Sprache wird kurz.
Blicke werden starr.
Substantive
waren gestern mal da.
[REFRAIN 2]
Das Ding macht Ding
mit dem Ding daneben
Ding sagt Ding
und Ding bleibt eben
[BRIDGE]
Ding.
Ding Ding.
Ding?
Ding!
[BREAKDOWN (Sprechgesang, monoton)]
Ding Ding Ding
Ding Ding Ding
Ding Ding Ding
Ding Ding Ding
…
Ding.
[LETZTER REFRAIN]
DING DING DING
DINGEN DING
DING DAS DING
DING DING DING
DING DINGEN
DING DING DING
DING DING DINGEN
DING!
[OUTRO]
…äh…
das…
Ding.


Kommentare (0)